
Der Whistleblower hat tausende Dokumente weitergegeben, die gravierende Missstände bei Ecopetrol – dem größten und mehrheitlich staatlichen Unternehmen Kolumbiens – aufzeigen:
- Massive Umweltverschmutzungen, darunter die Verunreinigung von Wasser und Feuchtgebieten mit Schadstoffen sowie illegales Abfackeln von Methan;
- Verschleierung und bewusstes Nicht-Melden von Umweltverschmutzungen;
- Gezielte Überwachung und Repressalien gegen führende Aktivist*innen;
- Einsatz staatlicher Sicherheitskräfte zur Durchsetzung von Unternehmensinteressen.
Andrés Olarte arbeitete von Januar 2017 bis Januar 2019 bei Ecopetrol, zunächst als Analyst und später als Umweltberater des Vizepräsidenten für Nachhaltigkeit. Nachdem er auf verschiedenen organisationsinternen Wegen keinen Erfolg gehabt hatte, wandte er sich an die Environmental Investigation Agency (EIA). Im März 2025 veröffentlichte die EIA den Bericht Crude Lies zusammen mit der Datenbank Iguana Papers. Die BBC produzierte die Dokumentation Colombia: Petroleum, Pollution and Paramilitaries. zusammen mit der Datenbank Iguana Papers. Die BBC produzierte die Dokumentation Colombia: Petroleum, Pollution and Paramilitaries. Die Recherchen geben einen erschütternden Einblick in die Praktiken eines Rohstoffunternehmens in einem Land, das als eins der gefährlichsten der Welt für Umweltaktivist*innen gilt.
Ich will Veränderung bewirken und hoffe auf strukturelle Reformen bei Ecopetrol und in Kolumbien. Whistleblowing und Transparenz sollten als positiver Beitrag zum Gemeinwohl verstanden werden.
Andrés Olarte Peña
Die internationale Jury bestand aus Vertreter*innen von Journalismus- und Whistleblower-Organisationen. Bei der Entscheidung zwischen einer Vielzahl wichtiger Whistleblower-Fälle hob die Jury hervor: Der Fall von Andrés Olarte steht beispielhaft für den außergewöhnlichen Mut eines Whistleblowers, der enorme persönliche Risiken auf sich nimmt, um weitreichende Missstände aufzudecken. Für seine Haltung zahlte Olarte einen hohen Preis: Einschüchterungen, anonyme Morddrohungen und letztlich das Exil in Europa. Diese Opfer unterstreichen sein außergewöhnliches Engagement für das öffentliche Interesse.
Die feierliche Verleihung des Ellsberg Whistleblower Award 2026 findet am 12. März in der taz Kantine in Berlin statt.
Jurymitglieder:
- Ricardo Balderas, PODER
- Annegret Falter, Whistleblower-Netzwerk e.V. (WBN)
- Gemma-Maé Hartley, Plateforme de Protection des Lanceurs d’Alerte en Afrique (PPLAAF)
- Richard Logan, Reva und David Logan Stiftung
- Chido Onumah, Afrikanisches Zentrum für Medien- und Informationskompetenz (AFRICMIL)
- Enrique Patriau, OjoPúblico
- Ben Reiff, +972 Magazin
- Klaus Schleisiek, Wau Holland Stiftung
- Sam Sole, amaBhungane Zentrum für investigativen Journalismus
- Michael Sontheimer, taz Panter Stiftung
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